Culbutant Français

 

Culbutant Français (ausgesprochen Kylbytɑ̃ Frɑ̃sä) /Französischer Purzler/Französischer Tümmler

 

Der französische Purzler ist laut Sportsfreund Raymond Knaub noch ein echter Original Purzler, der auch in der französischen Tauben-Literatur öfters erwähnt wird.

- V.La Perre de Roo in Monographie des Pigeons Domestiques,

- Le Pigeon von G.Lissot 1950

- Pigeons von P.Vilaine 1954

- Races et leur elevage von Robert Fontaine

- Mannant in Le Pigeon oet inconnu

Mannant spricht auch von einem Purzler mit Federfüßen, der Culbutant Lillois. Er schreibt auch, dass jede Sportstaube die nicht regelmäßig trainiert ist, mit der Zeit die „aptitude“ (Fähigkeit) verliert.

 

Wikipedia nennt des weiteren auch

· C. Meyer, ed. sc., Dictionnaire des Sciences Animales. [On line]. Montpellier, France, Cirad. [12/2013]. <URL : http://dico-sciences-animales.cirad.fr/> article : pigeon Culbutant

 · A. Raveneau, Inventaire des animaux domestiques en France. Eclectis, 1994, 360 p, p. 286, article : Culbutant français

 

Vor der Französischen Revolution 1789 war es dem einfachen französischen Volk untersagt Tauben zu halten. Dennoch wurde der Französischer Purzler schon im Jahre 1687 zum ersten Mal durch Willghhy erwähnt.

Laut Henri Liebaert gibt es Aufzeichnungen von Belon, welcher sie als Jünger einschätzt als solche Tauben die er schon 1555 in Paphlagonien, heute in der Nordtürkei am schwarzen Meer gelegen, gesehen hatte. Frankreich wurde aber nie von den Türken besetzt!

Laut Sportsfreund Raymond Knaub wurden den Ausstellungs CF für die Selektierung der Flugeigenschaften Siebenbürger Purzler eingekräutzt.


Der Culbutant Français/Französischer Purzler ist kleiner Tümmler in Feldtaubengestalt, Kopf fast wie Feldtaube mit Platte auf der Kopfmitte, mittelhoher Stand, Gewicht 280 Gramm, plus/minus 20 Gramm, normalflüglig, glattfüßig, keine gescheckten Tiere, immer einfarbig, zweifarbig (getigert) oder dreifarbig (Savoyard genannt), Schimmel, Kupferfarbene in Fr. vorhanden, Vielfarbige früher nicht vorhanden, heute in Fr. als Ausstellungsvariante in der Erzüchtung.

Flugstil: Tiere fliegen mit mittlerem bis langsamem Flügelschlag, purzeln auf der Stelle, oft mit vorher hörbarem leisem Klatschen, Einzelpurzler allein oder in schneller Folge unter Aufnahme des zwischenzeitigen Fluges, die Ausführung des Purzlers kann schnell, mittel oder gar langsam erfolgen, angestrebt sind schnelle Purzler, normal werden 3 Tiere geflogen, in größeren Trupps fliegen die Culbutants ausdauernd bis Oberluft und Unsichtbar, Flüge bis 4 Stunden möglich, normal 30 bis 90 Minuten vorwiegend in unterer Höhe.

Text: W. Hartmann (DHC)

 

 

Der Französiche Purzler ist fast ähnlich dem Französischem Hochflieger. Die Geburtsstätte ist wahrscheinlich Nord Frankreich. Die Körperform erinnert an die der Felsentaube. Es ist eine kleine Taube, lebendig, niedrig auf den Füßen. Der Kopf ist eher kurz, die Stirn leicht gewölbt und der Schnabel beträgt mittlere länge. Die Schnabelwarzen sind klein, weiß und glatt, die Augen sind irisweiß oder perlaugen und die Flügel sind mittlerer länge, die sie auf den immer dunkelfarbigen Schwanz legen ohne sich zu kreutzen. Es gibt den Französischen Purzler einfarbig (außer weiß), geschekt weiß-schwarz, weiß-rot weiß-gelb und als Savoyards.

 

Text: DFC

 

 

Laut "Sonderverein der Züchter Portugiesischer Tümmler" hatte der Französische Purzler und der Cumulet Tümmler auf den Short Face Tümmler Einfluss und dieser wiederum auf den Portugiesischer Tümmler.

 

 

 

Bericht von Wolfgang Hartmann (DHC) zur "Wiederbelebung" des Culbutant Français

Als Raimund Knaub in den Siebziger Jahren den französischen Hochflug- und Rollerclub gründete, gab es ein Gründungsmitglied, einen älteren Herrn namens Genin, der in Südbelgien wohnte.
Dieser Züchter hatte französische Purzler in allen Farben in einer Volierenzucht. Von diesem Züchter holten sich damals Spfrd. Knaub und Spfrd. Harmant die letzten und die ersten franz. Purzler. Um diese Ausstellungstümmler wieder zum Fliegen zu bringen, wurden dann Siebenbürger Tümmler ohne Kopfputz von Spfrd. Michels aus Karlsruhe, einem Flugkasten-Idealist, eingekreuzt.
Spfrd. Michels stammte aus Rumänien, die Tiere rollten beim Flug am Haus oft durch und hatten Gegenstandsberührung. Ab diesem Moment purzelten die Tiere wieder, die Nachzucht wurde auch etwas kräftiger. Es wurden dann immer wieder Ausstellungs-Culbutants eingekreuzt. Dann hat Spfrd. Bouquet aus Kehl weiter gezüchtet. Er hat auch als erster türkische Mardin eingekreuzt. Von diesen Tieren gingen dann welche zu Spfrd. Tisserant in die Ardennen, der sie jahrelang vom Flugkasten flog und ihnen die Treue bis heute hielt. Ich selbst sah bei ihm in den Siebziger Jahren schwarze Tiere, die damals 90 Minuten flogen.

 

In den Siebziger Jahren entdeckte ich auch auf der Suche nach den letzten Resten der Rasse in Ostfrankreich im Naturkundlichen Museum in Nancy etwa 6 präparierte Culbutants in den gängogen getigerten und einfarbigen Varianten in Rot und Schwarz, es waren keine Savoyards dabei. Die Präparate ließen erahnen, dass die Tauben im Original sehr klein waren, wahrscheinlich die Größe eines kleinen Tippler hatten. Die Präparate verschwanden Anfang der Neunziger Jahre aus den Vitrinen des Museums. Nach mündlichen Berichten unseres verstorbenen DHC-Mitglieds Henry Buda gab es die Rasse in den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts noch in Elsaß-Lothringen.

 

 

Der Culbutant Français sollte maximal um die 300g wiegen also in der größe eines Tipplers.

 

Die Flügel der Franz. Purzler liegen fest auf dem Schwanz auf.
Der Schwanz hat immer 12 Schwanzfedern.
Die Augenfarbe ist immer ein Perlauge, das Auge sollte nie gelb und nie gebrochen sein.
Der Schnabel ist mittellang, die Ständer sind immer unbefiedert.
Zum Flugstil ist zu sagen, dass die Taube ein Formationsflieger oder Schwarmflieger ist. Der Flügelschlag des einzelnen Tieres ist schnell, oft klatschend und geschmeidig anmutend. Trotzdem hat die Taube immer wieder die Tendenz zu segeln und zu gleiten, sie stellt die Flügel in V-Stellung und segelt dann gezielt sich nach rechts und links in der Luft wiegend. Der normale Flug wird in der mittleren Höhe abgeleistet, selten in der Oberluft.
Gewöhnlich beträgt die Flugzeit zwischen 15 und 30 Minuten, Zeiten von 45 bis 60 Minuten, in Deutschland bis zweieinhalb Stunden sind verbürgt.
Als Flugfiguren zeigt die Taube ein einfaches, sauberes , schnelles und häufiges Purzeln. Doppelpurzler sind erlaubt, aber nicht das Rollen. Dreifaches Purzeln gilt schon als Rollen, dafür gibt es vom Richter keinen Wertungspunkt. Sollte die Taube einen zweiten Purzler an den ersten anhängen , so ist dies erlaubt und muss als Ergebnis eines intensiven Trainings oder der Vererbung zu sehen sein. Dreifach-Purzler können vereinzelt gezeigt werden, treten sie jedoch häufig auf, stellen sie eine Gefahr des Abgleitens der Vererbung der Flugfamilie ins Rollen dar. Dies wird beim Französischen Purzler nicht angestrebt.Während des Purzelns verliert das einzelne Tier nur wenig oder gar nicht an Höhe und schließt sofort nach dem Purzelvorgang wieder an den Flugtrupp oder die gestarteten und aufeinander eingeflogenen Tauben auf. Das Klatschen der Flügel vor dem Purzeln ist erlaubt und als normal zu werten.Beim Richten muss der Wettflugrichter darauf achten, dass Schwanzreiten und unvollständiges Purzeln nicht bewertet werden und in diesem Falle nur keine Punkte erreicht werden (0 Pkte), für den Einfach-Purzler bekommt das jeweilige Tier einen Punkt (1 Pkt), ein Doppelpurzler, zwei sichtbare Drehungen, ergibt einen Punkt (1 Pkt), für Dreifach- oder Mehrfachpurzeln gibt es keine Punkte ,also Null Punkte (0 Pkte).Aneinandergereihte Einfachpurzler werden mit jeweils einem Punkt bewertet, die Taube zeigt zwischen den Purzlern einen Moment des Anhaltens in der Luft mit der kurzzeitigen Aufnahme des Fluges. Die kurzzeitige Aufnahme des Fluges ist dabei äußerst wichtig für das Bewerten der Taube. Also, fünf aneinandergereihte Purzler oder Doppelpurzler mit jeweils kurz wieder aufgenommenem Flug ergeben dann fünf Wertungspunkte ( 5 Pkte).Die höchste mir bekannte Wertungs-Punktzahl in Deutschland liegt bei 480 Punkten in 55 Minuten Flugzeit und einem Purzelindex von 8,72 ( Purzelindex: Pkte geteilt durch die Anzahl der Flugminuten) im Deutschen Hochflug Club bei drei Tauben im Jahr 2005. Auch an der VDT- Hochflugmeisterschaft haben deutsche Züchter im Jahr 2003 mit Erfolg teilgenommen und einen DeutschenMeister in dieser Rasse ausgeflogen. Hier hat die Kameradschaft unter den Züchtern dazu beigetragen, dass genügend Wertungsflügein dieser Wertungsklasse eingesandt wurden. Auch vom Flugkasten wurden CF in Deutschland schon mit Erfolg geflogen. 

 

 

Location

Der Culbutant Français und Culbutant Lillois (Lille) stammen aus Nordfrankreich.

 


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